Die Lebensdauer eines Skihelms ist begrenzt. Materialien, Polster, Gurte und Verschlüsse werden durch Nutzung, Feuchtigkeit, Schweiß, UV-Strahlung und Temperaturschwankungen beansprucht. Auch wenn ein Helm äußerlich noch gut aussieht, kann seine Schutzwirkung mit zunehmendem Alter beeinträchtigt sein.
Eine einheitliche Austauschfrist gilt jedoch nicht für alle Hersteller und Modelle. Als Orientierung empfiehlt TÜV SÜD, Skihelme nach etwa drei bis fünf Jahren auszutauschen. Hersteller können eigene Vorgaben machen. uvex empfiehlt beispielsweise einen Austausch nach 3–5 Jahren ab dem ersten Gebrauch und nennt bei optimaler Lagerung eine maximale Lebensdauer von acht Jahren ab Produktionsdatum.
Wann sollte ein Skihelm ersetzt werden?
Entscheidend sind Alter, Nutzungsintensität, Zustand und Herstellerangaben. Wer häufig Ski fährt, den Helm regelmäßig transportiert oder starken Temperatur- und Witterungseinflüssen aussetzt, beansprucht das Material stärker als bei gelegentlicher Nutzung und sorgfältiger Lagerung.
Die Lebensdauer lässt sich deshalb nicht allein anhand der vergangenen Jahre beurteilen. Auch der Zustand von Helmschale, Innenmaterial, Kinnriemen, Verschluss und Verstellsystem spielt eine Rolle. Spätestens wenn die vom Hersteller vorgegebene Nutzungsdauer erreicht ist, sollte der Helm ersetzt werden – selbst wenn keine sichtbaren Schäden vorliegen.
Nach einem Sturz: Helm austauschen
Nach einem Sturz mit Aufprall auf den Helm oder einem kräftigen Schlag sollte ein Skihelm ersetzt werden, auch wenn äußerlich keine Schäden zu erkennen sind. TÜV SÜD weist darauf hin, dass der optimale Kopfschutz nach einem Sturz oder starken Schlag nicht mehr gewährleistet sein kann. Auch uvex empfiehlt ausdrücklich, Helme nach einem Unfall auszutauschen.
Der Grund liegt in der stoßabsorbierenden Struktur des Helms. Sie nimmt beim Aufprall Energie auf und kann dabei dauerhaft verformt oder beschädigt werden. Bei einem weiteren Aufprall steht möglicherweise nicht mehr die ursprüngliche Schutzwirkung zur Verfügung.
Eine unbeschädigt wirkende Außenschale ist daher kein zuverlässiger Beleg für einen intakten Helm. Schäden an der darunterliegenden Struktur können von außen unsichtbar bleiben.
Woran erkennt man einen alternden oder beschädigten Skihelm?
Ein Skihelm sollte regelmäßig auf sichtbare Schäden und Verschleiß kontrolliert werden. Dazu gehören Risse oder Verformungen an der Außenschale, beschädigte Bereiche der stoßabsorbierenden Innenschale sowie abgenutzte Kinnriemen, Verschlüsse oder Verstellsysteme.
Auch das Innenfutter verändert sich mit der Zeit. Stark zusammengedrückte, beschädigte oder nicht mehr sicher befestigte Polster können den Sitz des Helms beeinträchtigen. Ein zuvor gut sitzender Helm kann dadurch spürbar lockerer werden.
Hinzu kommen spröde Kunststoffteile, lockere Befestigungen oder ein Visiermechanismus, der nicht mehr zuverlässig funktioniert. Solche Veränderungen können auf Materialalterung oder mechanischen Verschleiß hinweisen.
Nicht jeder Verschleiß erfordert zwangsläufig einen komplett neuen Helm. Bei manchen Modellen lassen sich beispielsweise Innenpolster oder andere vom Hersteller dafür vorgesehene Teile austauschen. Beschädigungen an sicherheitsrelevanten Bauteilen sollten dagegen nicht eigenständig repariert werden.
Wichtig: Eine Sichtkontrolle kann verdeckte Schäden nicht ausschließen. Sie ersetzt deshalb weder die Herstellerangaben zur Nutzungsdauer noch den Austausch nach einem stärkeren Aufprall.
Lagerung und Pflege: So hält der Helm länger
Die Lebensdauer hängt auch davon ab, wie ein Skihelm gelagert und gepflegt wird. Nach dem Skitag sollte er vollständig trocknen können, bevor er in einer Tasche oder einem geschlossenen Schrank verstaut wird.
Für die Aufbewahrung eignet sich ein trockener, kühler und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützter Ort. Dauerhafte Hitze, hohe Feuchtigkeit und intensive UV-Strahlung können Materialien zusätzlich belasten. Der Helm sollte deshalb nicht längere Zeit im heißen Auto, auf der Hutablage oder unmittelbar neben einer Heizung liegen.
Zur Reinigung reichen in der Regel ein weiches Tuch, lauwarmes Wasser und – sofern vom Hersteller erlaubt – etwas mildes Reinigungsmittel. Aggressive Reiniger, Lösungsmittel und alkoholhaltige Mittel sollten vermieden werden, da sie Kunststoffe, Beschichtungen oder Klebeverbindungen angreifen können.
Herausnehmbare Innenpolster lassen sich bei manchen Modellen separat reinigen. Ob Hand- oder Maschinenwäsche zulässig ist, richtet sich nach den Pflegehinweisen des Herstellers.
Beim Transport sollte der Helm vor harten Stößen, Quetschungen und schweren Gepäckstücken geschützt werden. Wiederholtes Fallenlassen oder heftiges Anschlagen kann die Konstruktion beschädigen, auch wenn keine unmittelbaren Spuren sichtbar sind.
Vorsicht ist außerdem bei Aufklebern, Klebepads und nachträglich befestigtem Zubehör geboten. Bestimmte Klebstoffe und Lösungsmittel können Helmwerkstoffe beeinträchtigen. Solche Produkte sollten deshalb nur verwendet werden, wenn der Hersteller sie ausdrücklich freigibt.
Herstellungsdatum und Herstellerangaben prüfen
Das Herstellungsdatum befindet sich häufig auf einem Aufkleber oder einer eingeprägten Datumskennzeichnung im Inneren des Helms. Je nach Konstruktion muss dafür das Innenpolster vorsichtig zur Seite geschoben oder herausgenommen werden.
Bei uvex wird beispielsweise eine Datumsuhr oder ein Sticker verwendet. Bei einer Datumsuhr steht das Herstellungsjahr in der Mitte, während ein Pfeil den Produktionsmonat anzeigt. Andere Hersteller können abweichende Kennzeichnungen verwenden.
Das Herstellungsdatum ist besonders bei Helmen wichtig, die bereits längere Zeit gelagert wurden. Denn auch ein unbenutzter Skihelm ist nicht unbegrenzt haltbar.
uvex nennt bei optimaler Lagerung beispielsweise eine maximale Lebensdauer von acht Jahren ab Herstellung. Diese Grenze gilt unabhängig davon, ob der Helm während dieser Zeit getragen wurde. Sie lässt sich jedoch nicht pauschal auf andere Hersteller übertragen.
Maßgeblich sind die jeweiligen Pflege-, Lagerungs- und Austauschhinweise des Herstellers. Wenn das Alter eines Helms nicht mehr nachvollziehbar ist oder Zweifel an seinem Zustand bestehen, ist ein Austausch die sicherere Entscheidung.
Wann ist ein neuer Skihelm fällig?
Als grobe Orientierung gelten etwa drei bis fünf Jahre Nutzung. Diese Empfehlung ist jedoch kein einheitliches Ablaufdatum für sämtliche Skihelme. Herstellerangaben, Nutzungsintensität und Zustand können einen früheren Austausch erforderlich machen.
Unabhängig vom Alter sollte ein Helm ersetzt werden, wenn er einen stärkeren Aufprall abbekommen hat, sicherheitsrelevante Schäden aufweist oder die vom Hersteller vorgegebene Nutzungsdauer überschritten ist.
Wer einen neuen Helm auswählt, sollte neben der Größe auch auf die richtige Passform achten. Ein sicherer Sitz ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Helm seine Schutzfunktion erfüllen kann. Worauf es dabei ankommt, erklären wir in unserem Ratgeber zur Passform von Skihelmen mit Visier.
Welche Anforderungen ein Skihelm grundsätzlich erfüllen muss, erfährst du außerdem in unserem Beitrag zu den Sicherheitsnormen bei Skihelmen.