Slokker ist eine italienische Sportmarke mit einem besonderen Schwerpunkt auf Helmen, Ski- und Sportbrillen. Skihelme mit integriertem Visier spielen dabei schon seit vielen Jahren eine wichtige Rolle im Sortiment.
Charakteristisch für Slokker sind vor allem unterschiedliche Visierlösungen. Je nach Modell kommen photochromatische, polarisierende oder verspiegelte Scheiben zum Einsatz. Viele Visierhelme sind außerdem so konstruiert, dass eine normale Korrektionsbrille darunter getragen werden kann.
Über Slokker
Die Marke Slokker wurde 1995 von Gianni Sartori, Gino Sartori und Herbert Gruber gegründet. Angefangen hat das Unternehmen mit Sonnenbrillen für den Wintersport, bereits 1997 kamen Skibrillen hinzu.
Um die Jahrtausendwende entwickelte Slokker seinen ersten Helm. 2009 führte die Marke einen Helm mit integriertem Visier ein. 2012 folgte laut Hersteller ein patentiertes Visiersystem, das Polarisation und photochromatische Technologie miteinander kombiniert.
Heute sitzt das hinter der Marke stehende Unternehmen in Bozen in Südtirol und bietet neben Wintersporthelmen und Skibrillen auch Sport- und Sonnenbrillen sowie Fahrradhelme an.
Slokker Skihelme mit Visier im Überblick
Das aktuelle Sortiment umfasst mehrere Visierhelme mit unterschiedlichen Konstruktionen und Scheibentechnologien.
| Modell | Besonderheiten |
|---|---|
| Slokker Lapo Polarized Photochromic | photochromatische und semi-polarisierte Scheibe, magnetisches Wechselsystem |
| Slokker Rally Photochromic | photochromatisches Visier, Kategorie 1–3 |
| Slokker Raider Pro | photochromatisches und polarisierendes Visier |
| Slokker Zero Pro | verspiegeltes Visier, In-Mold-Konstruktion |
| Slokker Raider Free Lady | photochromatisches und polarisierendes Visier, Damenausführung |
Die Modelle unterscheiden sich vor allem bei Visiertechnik, Helmkonstruktion und Ausstattung. Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Helme erfolgt auf den jeweiligen Modellseiten.
Photochromatische Visiere
Ein Schwerpunkt von Slokker sind photochromatische beziehungsweise selbsttönende Visiere.
Diese Scheiben verändern ihre Tönung abhängig von den Lichtverhältnissen. Bei stärkerer Sonneneinstrahlung werden sie dunkler, bei schwächerem Licht wieder heller. Dadurch kann ein größerer Bereich unterschiedlicher Wetterbedingungen mit demselben Visier abgedeckt werden.
Beim Rally Photochromic arbeitet das Visier beispielsweise über die Kategorien 1 bis 3. Andere Slokker-Modelle verwenden abweichende Bereiche, sodass sich die Eigenschaften je nach Helm unterscheiden.
Photochromatische Visiere sind insbesondere für Skifahrer interessant, die während eines Tages mit wechselnden Bedingungen zwischen Sonne, Bewölkung und Schneefall rechnen.
Photochromatisch und polarisierend kombiniert
Bei einigen Slokker-Visierhelmen wird die photochromatische Scheibe zusätzlich mit einem Polarisationsfilter kombiniert.
Ein Beispiel dafür ist der Raider Pro. Sein Visier passt einerseits die Tönung an die Lichtverhältnisse an und reduziert andererseits durch die Polarisation störende Reflexionen, die beispielsweise auf Schnee auftreten können.
Diese Kombination gehört schon länger zu den charakteristischen Visiertechnologien der Marke. Slokker gibt an, bereits 2012 ein entsprechendes Visiersystem entwickelt zu haben.
Neben photochromatischen und polarisierenden Varianten bietet Slokker auch klassische verspiegelte sowie transparente Wechselvisiere an.
Lapo mit magnetischem Scheibensystem
Eine etwas andere Konstruktion verwendet Slokker beim Lapo Polarized Photochromic.
Hier kommt eine integrierte Brillen- beziehungsweise Scheibenlösung mit magnetischem Wechselsystem zum Einsatz. Dadurch lässt sich die Scheibe vergleichsweise schnell gegen eine andere Variante austauschen.
Das zeigt gleichzeitig, dass ein „Skihelm mit Visier“ nicht immer nach dem klassischen Prinzip eines seitlich befestigten, hochklappbaren Visiers aufgebaut sein muss. Moderne Systeme kombinieren Helm und Augenschutz teilweise auf unterschiedliche Weise.
Die Details zum Lapo und seinem Wechselsystem behandeln wir auf der separaten Modellseite.
Slokker Visierhelme für Brillenträger
Ein großer Teil der Slokker-Visierhelme wird ausdrücklich als OTG-tauglich (Over The Glasses) angeboten.
Das bedeutet, dass unter dem Visier eine normale Korrektionsbrille getragen werden kann. Slokker nennt diese Möglichkeit beispielsweise beim Rally, Raider Pro und verschiedenen Ersatzvisieren ausdrücklich.
Trotzdem passt nicht automatisch jede Brille unter jeden Visierhelm. Besonders breite Fassungen oder stark nach außen laufende Brillenbügel können mit Helm oder Visier kollidieren.
Brillenträger sollten einen Skihelm mit Visier deshalb nach Möglichkeit immer zusammen mit der eigenen Korrektionsbrille anprobieren.
Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber „Wie muss ein Skihelm mit Visier sitzen?“
In-Mold und ABS-Konstruktionen
Slokker verwendet bei seinen Skihelmen unterschiedliche Herstellungsverfahren.
Modelle wie der Rally Photochromic und der Zero Pro setzen beispielsweise auf eine In-Mold-Konstruktion. Beim Raider Pro kommt dagegen eine robuste ABS-Außenschale zum Einsatz.
Aus der Bauweise allein lässt sich jedoch nicht ableiten, welcher Helm grundsätzlich besser oder sicherer ist. In-Mold- und Hardshell-Konstruktionen haben unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich Gewicht, Robustheit und Aufbau.
Mehr über die Unterschiede erklären wir in unserem Ratgeber „Materialien und Herstellungsverfahren bei Skihelmen“.
Belüftung und Größenanpassung
Bei vielen Slokker-Helmen lässt sich die Passform über ein Einstellrad am Hinterkopf fein anpassen. Verschiedene Modelle verfügen außerdem über regulierbare Belüftungsöffnungen.
Bei Visierhelmen ist eine funktionierende Belüftung besonders wichtig. Neben einem angenehmen Klima im Helm kann die Luftzirkulation auch dazu beitragen, Feuchtigkeit im Bereich von Gesicht und Visier abzutransportieren.
Die grundlegende Helmgröße muss trotzdem bereits passen. Das Einstellrad sollte lediglich zur Feinjustierung dienen und nicht dazu, einen eigentlich zu großen Helm auszugleichen.
Ersatzvisiere und Ersatzteile
Positiv fällt bei Slokker die relativ große Auswahl an Ersatzvisieren und Ersatzteilen auf.
Für verschiedene Modelle bietet der Hersteller separate Visiere mit unterschiedlichen Eigenschaften an. Dazu gehören unter anderem:
- photochromatische Visiere
- polarisierende und photochromatische Visiere
- verspiegelte Visiere
- transparente Visiere für schlechte Sichtbedingungen
- Ersatzschrauben für die Visierbefestigung
- Wechselscheiben für den Lapo
Vor der Bestellung sollte immer die genaue Modellkompatibilität geprüft werden. Die verschiedenen Slokker-Visiersysteme sind nicht beliebig untereinander austauschbar.
Gerade bei einem Skihelm mit integriertem Visier ist die langfristige Verfügbarkeit von Ersatzscheiben ein sinnvoller Punkt bei der Kaufentscheidung.
Sicherheit der Slokker Skihelme
Die aktuellen Slokker-Skihelme werden entsprechend der europäischen EN 1077 angeboten. Je nach Konstruktion können sie unterschiedlichen Klassen dieser Norm entsprechen.
So wird beispielsweise der Rally als Helm nach EN 1077 Klasse B geführt, während Slokker für den Raider Pro Klasse A angibt.
Was diese Klassen bedeuten und welche weiteren Anforderungen für Skihelme und Visiere gelten, erklären wir ausführlicher unter „Sicherheitsnormen bei Skihelmen“.
Welcher Slokker Skihelm mit Visier passt zu mir?
Bei Slokker lohnt es sich besonders, auf die gewünschte Visiertechnik zu achten.
Wer häufig bei wechselnden Lichtverhältnissen unterwegs ist, kann von einem photochromatischen Visier profitieren. Bei störenden Reflexionen auf Schnee kann zusätzlich eine polarisierende Scheibe interessant sein.
Wer dagegen hauptsächlich bei ähnlichen Lichtbedingungen fährt, benötigt möglicherweise keine selbsttönende Scheibe und kann auch mit einem klassischen verspiegelten Visier gut zurechtkommen.
Mindestens genauso wichtig sind jedoch Größe und Passform. Ein technisch gut ausgestatteter Helm bringt wenig, wenn er zu locker sitzt, Druckstellen verursacht oder das Visier nicht zur eigenen Gesichtsform passt.
Fazit
Slokker beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren intensiv mit Skihelmen und optischen Lösungen für den Wintersport. Besonders interessant ist die lange Erfahrung mit integrierten Visieren, die laut Hersteller bis ins Jahr 2009 zurückreicht.
Heute bietet die Marke unterschiedliche Konzepte an – vom klassischen verspiegelten Visier über selbsttönende Scheiben bis zur Kombination aus Photochromie und Polarisation. Dazu kommt eine vergleichsweise große Auswahl an Ersatzvisieren und Ersatzteilen.
Welcher Slokker-Visierhelm am besten geeignet ist, hängt deshalb vor allem von gewünschten Sicht- und Wetterbedingungen, Passform und persönlicher Ausstattung ab.