Bollé ist eine französische Marke mit besonders langer Erfahrung im Bereich Sport- und Schutzbrillen. Neben Skibrillen und klassischen Skihelmen bietet Bollé auch verschiedene Skihelme mit integriertem Visier an.
Im aktuellen Sortiment steht vor allem die X-FUSION-Reihe im Mittelpunkt. Je nach Modell kommen photochromatische Visiere, MIPS, AViD Progressive EPS sowie unterschiedliche Komfort- und Anpassungssysteme zum Einsatz.
Über Bollé
Die Geschichte von Bollé reicht bis ins Jahr 1888 zurück. Gegründet wurde die Marke von Seraphin Bollé im französischen Oyonnax. Zunächst beschäftigte sich das Unternehmen mit Zelluloid, später entwickelte sich Bollé zunehmend zum Spezialisten für Brillen und Augenschutz.
1936 kamen die ersten Sonnenbrillen hinzu, 1960 brachte Bollé seine erste Skibrille auf den Markt. Die erste eigene Skihelm-Kollektion folgte 2007. Damit verbindet die Marke heute langjährige Erfahrung bei Helmen und optischen Produkten für den Wintersport.
Bollé Skihelme mit Visier im Überblick
Im aktuellen Bollé-Sortiment stehen insbesondere drei Modelle der neuen X-FUSION-Familie:
| Modell | Besonderheiten |
|---|---|
| Bollé X-FUSION MIPS | photochromatisches Visier, MIPS, AViD Progressive EPS, BOA Fit System |
| Bollé X-FUSION | photochromatisches Visier, AViD Progressive EPS, BOA Fit System |
| Bollé X-FUSION PURE | fest getöntes Visier, AViD Progressive EPS, BOA Fit System |
Daneben sind teilweise noch Visierhelme früherer Modellreihen wie der V-RYFT MIPS erhältlich. Da diese inzwischen teilweise im Outlet geführt werden, konzentrieren wir uns bei den aktuellen Modellen vor allem auf die X-FUSION-Serie.
Die einzelnen Helme stellen wir später auf separaten Modellseiten ausführlicher vor.
X-FUSION: Helm und Visier als Einheit
Mit der X-FUSION-Serie verfolgt Bollé ein stärker integriertes Visierkonzept.
Das großflächige Visier ist eng in die Form des Helms eingebunden und soll ein breites Sichtfeld ermöglichen. Gleichzeitig wird der Bereich zwischen Visier und Gesicht mit einer mehrlagigen Schaumstoffauflage abgedichtet.
Bollé kombiniert das System außerdem mit einer gezielten Luftführung entlang der Innenseite des Visiers. Dadurch soll Feuchtigkeit besser abtransportiert und das Beschlagen reduziert werden.
Die drei aktuellen X-FUSION-Modelle verwenden dasselbe grundlegende Visierkonzept, unterscheiden sich aber bei Scheibe, Innenausstattung und zusätzlichem Schutzsystem.
Photochromatische Visiere
Beim X-FUSION und X-FUSION MIPS verwendet Bollé photochromatische Polycarbonat-Visiere.
Die aktuellen X-FUSION-Visiere decken je nach Variante beispielsweise die Kategorien 1 bis 3 ab. Dadurch können unterschiedliche Lichtbedingungen mit demselben Visier abgedeckt werden.
Beim X-FUSION PURE kommt dagegen ein fest getöntes Visier zum Einsatz. Wer überwiegend bei ähnlichen Lichtbedingungen fährt, benötigt nicht zwingend eine selbsttönende Scheibe.
Phantom und Phantom+
Bollé verfügt mit Phantom über eine eigene hochwertige photochromatische Scheibentechnologie.
Phantom-Scheiben reagieren automatisch auf wechselnde Lichtverhältnisse. Bollé verwendet dafür NXT®-Material und kombiniert die Technologie unter anderem mit Anti-Fog- und Kratzschutzbeschichtungen.
Mit Phantom+ gibt es zusätzlich eine Variante mit teilweiser Polarisation, die störende Reflexionen reduzieren soll.
Phantom wird unter anderem bei Bollé-Skibrillen und bestimmten Visierhelmen wie dem V-RYFT MIPS eingesetzt. Bei den aktuellen X-FUSION-Modellen bezeichnet Bollé die Scheiben dagegen als photochromatische Polycarbonat-Visiere. Die Begriffe sollten deshalb nicht gleichgesetzt werden.
AViD Progressive EPS
Eine typische Bollé-Technologie ist AViD Progressive EPS.
Dabei werden innerhalb des Helms unterschiedliche beziehungsweise gezielt abgestimmte EPS-Dichten eingesetzt. Das Ziel besteht darin, auftretende Aufprallenergie möglichst effektiv zu verteilen und aufzunehmen.
Die Technologie kommt bei allen drei aktuellen X-FUSION-Visierhelmen zum Einsatz.
EPS ist dabei die energieabsorbierende Schicht des Helms und nicht mit der weichen Komfortpolsterung zu verwechseln.
Mehr über EPS und die unterschiedlichen Bauweisen erklären wir unter „Materialien und Herstellungsverfahren bei Skihelmen“.
MIPS beim X-FUSION MIPS
Beim X-FUSION MIPS ergänzt Bollé die Helmkonstruktion zusätzlich um das MIPS-Sicherheitssystem.
Dabei befindet sich im Inneren des Helms eine reibungsarme bewegliche Ebene. Sie soll bei bestimmten schrägen Aufprallsituationen eine begrenzte Relativbewegung zwischen Kopf und Helm ermöglichen und dadurch auf den Kopf wirkende Rotationsbewegungen reduzieren.
MIPS kommt nicht bei jedem Bollé-Visierhelm zum Einsatz. Es ist eine zusätzliche Ausstattung ausgewählter Modelle und kein Ersatz für eine passende Helmgröße oder einen korrekten Sitz.
BOA Fit System
Bei der aktuellen X-FUSION-Serie setzt Bollé auf das BOA® Fit System.
Über ein Drehrad lässt sich die Passform des Helms fein einstellen. Das System ermöglicht relativ kleine Anpassungsschritte und soll den Helm gleichmäßig am Kopf stabilisieren.
Das Einstellsystem kann allerdings nur der Feinjustierung dienen. Ein grundsätzlich zu großer oder zur eigenen Kopfform unpassender Helm lässt sich dadurch nicht passend machen.
Mehr dazu erklären wir in unserem Ratgeber „Wie muss ein Skihelm mit Visier sitzen?“
Bollé Visierhelme für Brillenträger
Die aktuellen X-FUSION-Modelle werden von Bollé ausdrücklich als OTG – Over The Glasses geführt.
Das bedeutet, dass unter dem Visier grundsätzlich Platz für eine normale Korrektionsbrille vorgesehen ist. Auch das X-FUSION-Visiersystem ist laut Hersteller auf die Nutzung mit einer optischen Brille ausgelegt.
Trotzdem sollte ein Visierhelm möglichst zusammen mit der eigenen Brille anprobiert werden. Große Fassungen oder breite Bügel können je nach Gesichts- und Kopfform dennoch an Helm oder Visier anliegen.
Gerade Brillenträger sollten deshalb nicht ausschließlich auf die OTG-Kennzeichnung vertrauen.
Einstellbare Belüftung
Die aktuellen X-FUSION-Modelle besitzen eine regulierbare Belüftung.
Über entsprechende Öffnungen lässt sich steuern, wie viel Luft durch den Helm geführt wird. Zusätzlich sind Luftkanäle im Bereich des Visiers vorgesehen, um Feuchtigkeit abzutransportieren.
Gerade bei einem Skihelm mit Visier ist eine gute Luftzirkulation wichtig. Neben dem Kopf muss auch der Bereich hinter der Scheibe ausreichend belüftet werden, damit Wärme und Feuchtigkeit entweichen können.
Fidlock-Magnetverschluss
Beim X-FUSION und X-FUSION MIPS kommt zusätzlich ein Fidlock-Magnetverschluss zum Einsatz. Dieser kombiniert magnetische Führung mit einer mechanischen Verriegelung.
Der Verschluss lässt sich dadurch relativ einfach bedienen – auch mit Skihandschuhen.
Beim X-FUSION PURE gehört dieses Merkmal dagegen nicht zur angegebenen Ausstattung. Die Details können sich somit auch innerhalb einer Modellfamilie unterscheiden.
Nachhaltigere Materialien
Bollé beschäftigt sich seit einigen Jahren verstärkt mit dem Einsatz recycelter und biobasierter Materialien im Wintersport-Sortiment.
Bei den aktuellen X-FUSION-Helmen kommt beispielsweise ein Visier aus recyceltem Polycarbonat zum Einsatz. Beim X-FUSION MIPS verwendet Bollé außerdem ein Innenfutter aus Wolle und Lyocell.
Bollé gibt generell an, bei seinen Eco-Design-Wintersportprodukten unter anderem recyceltes Polystyrol, Polycarbonat und ABS sowie recycelte Textilien einzusetzen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder aktuelle Bollé-Skihelm aus denselben Materialanteilen besteht. Entscheidend sind immer die Angaben zum jeweiligen Modell.
Ersatzvisiere für Bollé Skihelme
Für verschiedene Visierhelme bietet Bollé separate Ersatz- und Wechselvisiere an.
Für die X-FUSION-Reihe sind beispielsweise mehrere Scheiben erhältlich:
- Photochromic Silver Kategorie 1–3
- Photochromic Blue Kategorie 1–3
- Brown Gun Kategorie 2
Die Ersatzvisiere sind mit X-FUSION PURE, X-FUSION und X-FUSION MIPS kompatibel. Je nach Helmgröße werden allerdings unterschiedliche Schaumstoffstärken verwendet.
Darüber hinaus bietet Bollé weiterhin Ersatzvisiere für ältere Visierhelm-Serien wie V-RYFT oder V-LINE an.
Die Verfügbarkeit von Ersatzvisieren ist gerade bei einem Visierhelm ein sinnvoller Punkt bei der Kaufentscheidung, da nicht bei jeder beschädigten Scheibe gleich der gesamte Helm ersetzt werden muss.
Welcher Bollé Skihelm mit Visier passt zu mir?
Bei den aktuellen Bollé-Modellen lässt sich die Auswahl zunächst gut anhand der gewünschten Visiertechnik und Ausstattung eingrenzen.
Wer eine selbsttönende Scheibe möchte, kann sich den X-FUSION oder X-FUSION MIPS ansehen. Wer auf Photochromie verzichten kann, findet mit dem X-FUSION PURE eine einfacher ausgestattete Variante.
Der X-FUSION MIPS ergänzt das Konzept zusätzlich um MIPS und eine höherwertige Innenausstattung.
Unabhängig von diesen technischen Unterschieden bleibt die Passform jedoch das wichtigste Kriterium. Helm, Visier und gegebenenfalls die eigene Brille müssen zur individuellen Kopf- und Gesichtsform passen.
Fazit
Bollé verbindet bei seinen Skihelmen mit Visier zwei Bereiche, in denen die Marke bereits seit Jahrzehnten aktiv ist: Helmschutz und Sportoptik.
Im aktuellen Sortiment steht insbesondere die X-FUSION-Familie im Mittelpunkt. Charakteristisch sind großflächige Visiere, AViD Progressive EPS, BOA-Anpassung und bei ausgewählten Modellen photochromatische Scheiben sowie MIPS.
Mit Phantom verfügt Bollé darüber hinaus über eine eigene hochwertige photochromatische Scheibentechnologie, die weiterhin bei verschiedenen Wintersportprodukten zum Einsatz kommt.
Welcher Bollé-Visierhelm am besten geeignet ist, hängt letztlich von gewünschter Scheibentechnik, Ausstattung, Brillennutzung und vor allem von der individuellen Passform ab.